Das „Krokodil im Kopf”
Im Überlebensmodus ist das komplexere Denken wie „ausgeknipst” und starke negative Gefühle überwältigen uns. Das ist aber keine Fehlfunktion, sondern eine bewährte Überlebensstrategie. Wir nennen es das „Krokodil im Kopf“, denn diese Strategie des „Reptiliengehirn” ist ein nützliches Erbe der Evolution. Darum ist der Überlebensmodus auch „ansteckend”! Wie ein überspringender Funke geht er auf andere über und kann in Sekunden einen ganzen Raum erfassen – eine ganze Klasse. Denn wir sind „soziale Wesen” und auf unsere Gruppe angewiesen.
Warum das Bild so stark ist
Das „Krokodil im Kopf“ ist für Kinder und Jugendliche greifbar. Sie verstehen sofort, dass das Krokodil ein guter Verbündeter ist und man lernen kann, es zu zähmen. Das Bild lindert die Scham, weil es zeigt: Ich bin nicht „falsch”, sondern mein Krokodil schlägt Alarm. Und das gibt Hoffnung! Denn wenn ich weiß, wie „mein Krokodil” funktioniert, kann ich lernen, es zu beruhigen und wieder selbst das Steuer zu übernehmen.
Hilfreiche Merksätze für Kinder und Jugendliche:
Was bedeutet das für Sie?
Auch Erwachsene haben ihr Krokodil im Kopf. Wenn die Klasse unruhig wird, reagiert auch Ihr eigener Hirnstamm auf Lärm, Bedrohung, Ängste und Aggressionen – und plötzlich ist nicht mehr Ihr kluger Verstand am Steuer, sondern das „Krokodil im Kopf”. Genau hier entscheidet sich, ob die Situation eskaliert oder sich beruhigt.
Ko-Regulation bedeutet: Sie nehmen Ihren Überlebensmodus bewusst wahr und regulieren sich selbst wieder in den Lebensmodus zurück. Ihre Ruhe, Ihre Stimme, Ihr Atem wirken wie Leuchtfeuer der Sicherheit, an denen sich Kinder und Jugendliche orientieren. Gelingt es, Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen, kann sich jeder in der Gruppe selbst regulieren. Auch Gelassenheit ist ansteckend!
Lesen Sie als nächstes, warum wir bei BeSOS mit der Schiffsmetapher arbeiten und warum diese so hilfreich ist, wenn wir über Orientierungsfähigkeit sprechen.