Mit dem BeSOS-Modell verstehen wir, dass Kinder und Jugendliche im Überlebensmodus 3 Verhaltensweisen zeigen, die sie selbst nicht “wählen”, sondern die ihr Körper nach einem Trigger automatisch startet, solange sie nicht lernen durften, sich selbst wahrzunehmen und zu regulieren:
- sie drehen auf und verhalten sich aggressiver (Kampfmodus),
- sie ergreifen die Flucht (von sich “Wegträumen” bis hin zu somatischen Beschwerden, die dazu führen, dass sie nach Hause gehen müssen)
- sie erstarren (was im Unterricht häufig unauffällig geschieht und Lehrkräften als normal erscheint, für die betroffenen Kinder aber nicht weniger belastend ist).
Kinder und Jugendliche im Kampfmodus erscheinen häufig als “Störer”.
Der erste Schritt im Unterricht ist zu erkennen, wann ein Kind im “Krokodilmodus” ist und ihm dabei zu helfen sich zu regulieren. Vom Einsatz der BeSOS-Selbstregulationstools profitieren sowohl Sie selbst als auch die Kinder und Jugendlichen.
Darüber hinaus veröffentlichen wir hier auch Tricks und Tipps, die wir von Pädagoginnen und Pädagogen bei unseren Fortbildungen und Pilotierungen erfahren haben. Danke an alle, die uns bereichern!
“Wenn ein Kind ausrastet, schließe ich es NICHT aus. Statt dessen gebe ich ihm eine Aufgabe, die ihm hilft, wieder Ordnung in den Kopf zu bekommen bzw. aus der Einsamkeit des inneren Chaos herauszukommen: Bücher ordnen, Materialien sortieren oder einem anderen Kind helfen.
Durch die Verantwortung wird eine Art “Reset” gestartet und es erlebt wieder Kontrolle, die Wut sinkt und der Selbstwert steigt wieder. “
“Ich tadle niemals ein Kind öffentlich. Strafen oder Beschämen lösen kein Problem, das zerstört nur die Beziehung! Fast immer hilft es, wenn ich dem Kind ins Ohr flüstere, was zu sagen ist. Dadurch fühlt es sich viel eher respektiert und reagiert freiwillig.”
“Viele Kinder, die vielleicht von zu Hause bereits Schimpftiraden kennen, reagieren nicht auf Worte. Aber sie reagieren auf die Energie.
Wenn ich ärgerlich werde, wird meine Stimme härter und lauter. Deshalb senke ich lieber ganz bewusst die Stimme, rede langsamer und tiefer – und sogar etwas leiser. Ich mache auch ganz bewusst langsame Bewegungen. Das hilft mir meine Präsenz aufzubauen. Als würde Ruhe einkehren und die Zeit kurz stillstehen. Darauf reagieren die Kinder viel besser.”