Früherkennung psychischer Belastungen und Erkrankungen

Ein Leitfaden

Die leitende Idee von BeSOS ist “Schule als sicherer Hafen”. Daher verfolgt BeSOS das Ziel, mit einfachen Mitteln das schulische (und private) Umfeld auch bei hoher mentaler und körperlicher Belastung als Ressource zu begreifen. Das BeSOS-Modell und die BeSOS-Toolbox widmen sich den Herausforderungen durch “psychische Belastung” in Schule und (Berufs-)Beratung.

BeSOS ist daher als ein Instrument der Prävention (nur u.a. von psychischen Erkrankungen) zu verstehen, da es die Fähigkeiten zur Selbst- und Ko-Regulation fördert und stärkt. Die Fähigkeit zur Selbstregulation ist nicht die Antwort auf “psychische Erkrankung” oder seelische Vulnerabilität; Selbstregulation als die Fähigkeit, selbstwirksam und selbstbestimmt die eigenen Ziele und Wünsche zu verfolgen, ist eine fundamentale “Lebenskunst”, die wir im Leben lernen und kultivieren müssen. Richtig ist, dass mentale Gesundheit auf  diesen geschulten Fähigkeiten zur Selbst- und Ko-Regulation aufbaut und ohne diese Fähigkeiten auf entsprechend “wackligen Beinen” steht. Doch kann weder BeSOS noch die Förderung von Selbstregulationskompetenzen “die Antwort” auf krankheitswertige Zustände, psychische Erkrankungen oder Ähnliches sein. 

Wir sprechen daher auch von “psychischer Belastung” (entsprechend einer gängigen Definition) ausschließlich im Singular, da psychische Belastung die “Gesamtheit”, d.h. die Summe aller äußeren Beanspruchungen beschreibt, der wir in unserer Umwelt und Umgebung begegnen. Ob aus der “Belastung” durch äußere Einflüsse eine überfordernde oder krisenhafte “Beanspruchung” wird, deren Folgen eine “Erkrankung” oder ein “krankheitswertiger Zustand” sein kann, ist eine Frage der individuellen Fähigkeiten und Ressourcen. BeSOS zielt auf die Vermittlung, Förderung und Stärkung dieser Fähigkeiten und Ressourcen. Richtig ist, dass ein sicheres und unterstützendes Umfeld, in dem auch Selbstregulation gelehrt, gelernt und erlebt werden kann, einen erheblichen Einfluss darauf hat, ob aus einer Belastung eine Beanspruchung, und ob aus einer Beanspruchung eine Erkrankungen wird. Richtig ist auch: Je sicherer und unterstützender ein Umfeld ist, je mehr Ressourcen und Stabilität ein Miteinander aufbringen und dem Einzelnen zur Verfügung stellen kann, desto länger können Menschen mit hoher Belastung und Beanspruchung auch in diesem Umfeld verbleiben. Daher setzt BeSOS sich gleichermaßen für Prävention wie auch für Teilhabe und Partizipation ein, damit Schule ein “sicherer Hafen” für alle sein kann. 

Auch wenn wir vieles noch nicht genau wissen und Ursachen und Wirkungen noch nicht klar unterscheiden können, ist zumindest der Eindruck und die Beobachtung zutreffend, dass sowohl die “psychische Belastung” als auch Erkrankungen und krankheitswertiger Leidensdruck bei Kindern und Jugendlichen stetig zunehmen bzw. auf sehr hohem Niveau stagnieren. Das ist unbestreitbar eine riesige Herausforderung und enorme Belastung für alle Beteiligten. Da uns in dieser Hinsicht viele Erfahrungsberichte und Anfragen aus Schule und Beratung erreicht haben, hat sich die KOWA Leipzig in dieser Handreichung explizit der “Früherkennung psychischer Belastungen und Erkrankungen” gewidmet.

Denn sowohl eine übergroße “psychische Belastung” als auch psychische Erkrankungen zeigen sich oft leise, verdeckt oder in nur schwer einzuordnenden, ungewöhnlichem Verhalten. Für Lehr- und Beratungskräfte stellt sich daher immer wieder die Frage: Wann ist es noch eine zu bewältigende Belastung oder gar förderliche Herausforderung – und wann braucht ein junger Mensch gezielte und professionelle Hilfe und Unterstützung?

Dieser umfassende Leitfaden, der von der KOWA Leipzig (Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt Leipzig) im Rahmen des Projektes BeSOS erstellt wurde, vermittelt praxisnahe Einblicke zur Früherkennung psychischer Belastung und Erkrankung. Es wird vermittelt, auf welche körperlichen, emotionalen und sozialen Signale zu achten ist – und wie erste Beobachtungen eingeordnet werden und professionell beantwortet werden können.

Neben dem Blick auf Symptome und Frühindikatoren nimmt die Handreichung auch typische Unsicherheiten in den Blick:

Wie spreche ich etwas an, ohne zu stigmatisieren?

Was ist meine Rolle – und was nicht?

Wie kann ich handeln, wenn ich den Eindruck habe, dass „etwas nicht stimmt“?

Jetzt kostenfrei anschauen oder herunterladen:

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