Selbstregulation - das Steuer in der Hand
Die Selbstwahrnehmung ist der erste Schritt, doch sie allein reicht nicht aus. Selbst wenn man erkennt, dass das Krokodil „das Ruder” übernommen hat, braucht es Strategien und Techniken, um wieder voll handlungsfähig zu werden. Das ist der Kern von BeSOS: die Selbstregulation.
In der BeSOS-Metapher symbolisiert das Steuerrad diese Selbstregulations-fähigkeiten: Denn nur wer das Steuer fest in den Händen hält, kann Kurs halten – auch bei rauer See.
Selbstregulation ist kein angeborenes Talent, sondern eine Fähigkeit, die wächst, wenn sie geübt wird. Kleine Techniken können schon ausreichen, um Abstand zu gewinnen, sich aus dem Überlebensmodus zu befreien und das eigene Handeln wieder bewusst zu gestalten.
Nervenbahnen sind Einbahnstraßen
Die Nervenbahnen sind wie Einbahnstraßen: Sie leiten Informationen entweder vom Körper ins Gehirn oder vom Gehirn in den Körper, aber nie gleichzeitig in beide Richtungen. Entscheidend ist: Rund 80 % dieser Bahnen laufen vom Körper zum Gehirn. Das Gehirn empfängt also viel mehr Botschaften, als es selbst in den Körper sendet.
Darum wirken reine Gedanken wie „Ich muss mich beruhigen“ im Stress kaum. Das „Krokodil hört nicht richtig zu”.
Die gute Nachricht: Wenn wir gezielt mit dem Körper arbeiten, durch Atmung, Bewegung oder kleine Sinnesübungen, nutzen wir genau diesen starken Weg. Wir schicken „dem Krokodil” über den Körper Entwarnungssignale ins Gehirn, und das Nervensystem kann wieder in den „Lebensmodus” schalten.
Die BeSOS-Toolbox konzentriert sich darauf, den Körper zum Verbündeten zu machen. Den Körper als starken und zuverlässigen Partner begreifen, macht unsere Tools so einfach wie wirkungsvoll!
Wenn die Wellen für Sie selbst zu hoch schlagen
Manche Lehr- und Fachkräfte berichteten davon, dass sie mitunter von der Wucht der psychischen Belastung von Kindern und Jugendlichen selbst überfordert sind. Hier kommt die Ko-Regulation ins Spiel.
Handlungsfähigkeit zurückgewinnen
Gerade wenn Sie Kinder und Jugendliche begleiten, die aus vielfältigen Gründen einen schweren „Rucksack” tragen müssen, können die BeSOS-Tools dazu beitragen, dass die Zeit in der Schule und Beratung als so sicher erlebt wird, dass sie nicht in den „Überlebensmodus” fallen. Das schafft für diese Kinder und Jugendlichen eine deutlich verbesserte Lebenssituation und gibt ihnen eine bessere Startposition für ihre künftige berufliche und familiäre Entwicklung.
Selbstregulationstechniken sind kein Ersatz für eine therapeutische Hilfe, sondern einfache Tools, um akuten Stress zu senken und Lernfähigkeit wiederherzustellen. Auch wenn Kinder mit psychischen Erkrankungen zusätzliche Unterstützung brauchen: Unsere kurzen Übungen wirken bei allen. Dies kann auch Sie entlasten, denn Sie können eine Lebenshilfe mit auf den Weg geben, ohne dass Sie sich damit überfordern.
Entscheidend ist, Schülerinnen und Schüler frühzeitig mit den BeSOS-Tools vertraut zu machen und sie stetig daran zu erinnern. Eine Schulkultur, die das in allen Fächern und Kontexten unterstützt, ist besonders förderlich.