Der Ankergriff ist eine schnelle und unauffällige Technik, um Stress abzubauen und innere Stabilität zurückzugewinnen, z.B. bei Präsentationen vor der Klasse.
Durch das bewusste Greifen und sanfte Drücken von Daumen und Zeigefinger beruhigt sich das Nervensystem und der Körper signalisiert: Alles ist unter Kontrolle.
Durchführung
- Hände ausstrecken, Daumen abspreizen.
- Mit der rechten Hand den Daumen der linken Hand umfassen.
- Mit der linken Hand den Zeigefinger der rechten Hand greifen.
- Abwechselnd sanft drücken (rechts, links, im eigenen Rhythmus).
Allmählich verlangsamen, um die Entspannung zu vertiefen.
Tipp: Atmung und Rhythmus des Drückens verbinden.
So verstärkt sich die Wirkung. Und hinter dem Rücken ausgeführt bleibt die Technik nahezu unsichtbar!
Der Ankergriff nutzt denselben Mechanismus wie klinisch erprobte Methoden (z. B. Tapping) zur Stress- und Angstreduktion, dabei bleibt er aber vom Umfeld völlig unbemerkt. Eine kleine, diskrete Bewegung – mit spürbar großer Wirkung.
Anwendungsbeispiele
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Vor Prüfungen oder Präsentationen
Sowohl Schüler als auch Lehrkräfte stehen oft vor großen Herausforderungen, wenn Prüfungen, Präsentationen oder Vorträge anstehen. Die Vorbereitungszeit ist häufig von Nervosität und Stress geprägt. Der Ankergriff kann in diesen Situationen helfen, sich schnell zu beruhigen und die Konzentration zu steigern. Während die Hände diskret unter dem Tisch oder hinter dem Rücken die Übung durchführen, können Schüler oder Lehrkräfte ihre innere Ruhe wiederfinden und sich mental auf die Aufgabe fokussieren.
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In Konfliktsituationen im Klassenzimmer
Streitigkeiten oder stressige Situationen in der Klasse können emotional aufgeladen sein und sowohl Lehrkräfte als auch Schüler aus dem Gleichgewicht bringen. In solchen Momenten kann der Ankergriff eine sofortige Technik zur Selbstregulation sein. Lehrkräfte können ihn unauffällig anwenden, um in stressigen Situationen ruhig zu bleiben und souverän zu handeln, ohne emotional überladen zu reagieren. Gleichzeitig kann diese Technik auch Schülern beigebracht werden, um ihre Emotionen zu regulieren, bevor eine Situation eskaliert.
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Bei mangelnder Konzentration
Wenn Lehrkräfte bemerken, dass die Klasse oder einzelne Schüler unruhig werden, können sie den Ankergriff als kurze Pause zur Selbstregulation einführen. Gemeinsam können Lehrer und Schüler den Griff anwenden, um sich neu zu fokussieren und die Konzentration auf den Unterrichtsstoff zurückzuholen. Dies schafft eine entspannte und fokussierte Lernumgebung.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Studien zeigen, dass solche Techniken durch die körperliche Berührung und die rhythmische Abfolge eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem haben. Sie fördern die Ausschüttung von Oxytocin, senken den Cortisolspiegel und aktivieren das parasympathische Nervensystem, das für Entspannung zuständig ist.
Diese Art der bilateralen Stimulation ist hilfreich, um Emotionen zu stabilisieren, Stress abzubauen und die Aufmerksamkeit zu fokussieren. Eine ähnliche Technik, das „Tapping“, wird in klinischen Studien ebenfalls erfolgreich zur Angstreduktion eingesetzt und zeigt, dass körperliche Berührung in Verbindung mit einem strukturierten Ansatz effektiv zur Selbstberuhigung beitragen kann.
Wird der Ankergriff mit einer Atemtechnik kombiniert, kann sich die Wirkung erheblich verstärken, da Atemtechniken, wie die Kohärenzatmung, in ihrer Wirksamkeit ebenso gut erforscht sind.