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Däumchen Drehen

Das “Däumchen Drehen” ist wohl die einfachste aller Selbstregulationstechniken und vielleicht gerade deshalb so wirksam. Unsichtbar für andere, jederzeit machbar und in Sekunden spürbar. Ob vor Prüfungen, in angespannten Gesprächen oder mitten im Unterricht: Die kreisenden Daumenbewegungen bringen den Körper zurück in die Ruhe.

Die Bewegung ist simpel. Stetiger Richtungswechsel bringt (bilaterale) Balance ins Gehirn. Das Faszinierende: Schon seit Jahrhunderten taucht das Daumen drehen in Geschichten als Mittel zur Beruhigung auf. Heute bestätigt die Neurobiologie, was Menschen bereits lange wissen.

Durchführung

  • Hände leicht falten und Daumen aneinanderlegen.
  • In kleinen Kreisen gegeneinander drehen.
  • Immer wieder die Drehrichtung ändern, um beide Gehirnhälften zu aktivieren.

 

Optional: Daumen abwechselnd übereinanderlegen und Positionen wechseln.

Mit einer Bewegung, die kaum jemand bemerkt, können Sie mit diesem immer verfügbaren Werkzeug in Sekundenschnelle Stress abbauen und Gelassenheit gewinnen.

Anwendungsbeispiele

  • Vor Prüfungen oder Referaten

    Das Daumen drehen bietet eine schnelle, unauffällige Möglichkeit, sich zu beruhigen und die Nerven zu stabilisieren. Durch die wiederholte, rhythmische Bewegung wird die Konzentration gefördert und der Stresslevel gesenkt, sodass der Schüler oder die Schülerin sich besser auf die bevorstehende Aufgabe konzentrieren kann.

  • In emotional aufgeladenen Gesprächen

    Für Lehrkräfte kann das Daumen drehen in schwierigen Gesprächen mit Eltern, Kollegen oder Schülern eine wertvolle Technik sein, um Ruhe zu bewahren. Die diskrete Anwendung dieser Technik hilft, sich selbst emotional zu regulieren und klarer zu denken, bevor man auf das Gesagte reagiert.

  • Während langer Unterrichtsstunden

    Lange Unterrichtsstunden oder Vorlesungen können die Aufmerksamkeit der Schüler beeinträchtigen. Das Daumen drehen ist eine gute Möglichkeit, die Konzentration zurückzugewinnen, ohne den Unterricht zu stören. Diese Methode bringt die Schüler zurück ins Hier und Jetzt, sodass sie wieder fokussierter am Unterricht teilnehmen können.

Material-Download

Laden Sie sich unsere Anleitung für Jugendliche zum ausdrucken herunter:

Wissenschaftlicher Hintergrund

Ähnlich der Technik des “Ankergriffs” wirkt das “Däumchen drehen” effektiv bei der Regulierung des Nervensystems. Es hilft dabei, Nervosität abzubauen und den Körper aus dem Flucht-, Kampf- oder Erstarrungsmodus zu befreien. Zusätzlich unterstützt das Wechseln der Drehrichtung die bilaterale Stimulation des Gehirns, was die kommunikative Funktion der beiden Gehirnhälften fördert. Dies verbessert die emotionale Verarbeitung und trägt zur Selbstregulation bei, indem es dem Gehirn hilft, Reize besser zu verarbeiten und zu integrieren.

Es gibt keine direkte Studie, die das “Däumchen drehen” als herausgelöste Technik untersuchte, allerdings den Wirkmechanismus der bilateralen Stimulation an sich.

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